“Gemeinsame Verbindungen zwischen Tschechen und Deutschen in Liberec…”

war das Thema des Vortrages am 14. Juni in Liberec. Zu diesem referierten Jaroslav Tauchman, Historiker sowie Redakteur der Internetseite „nasliberec.cz“ und die Studentin der Geschichte und Germanistik sowie freie Mitarbeiterin bei der Gedenkstätte Bautzen Marie Wobst im Veranstaltungssaal der Liberecer Bibliothek.

Tauchmann stellte neben Persönlichkeiten der Liberecer Stadtgeschichte mit ihrem jeweiligen Bezug zur Arbeiterbewegung auch Orte des sozialdemokratischen, kommunistischen und anarchistischen Widerstandes gegen die Ausbeutung großer Teile der Arbeiterklasse und der Naziherrschaft vor.
Neben etlichen anderen wurde der am 22. Dezember 1867 im damaligen Reichenberg geborene František Xaver Šalda vorgestellt. Šalda war einer der prominentesten Persönlichkeiten der Kultur und des gesellschaftlichen Lebens und schrieb mit seinen Essays gegen die Herrschaft des Kapitals und der sozialen Ungerechtigkeit an.

Wobst ging in ihrem Beitrag auf die vermeintlichen Vorurteile der Menschen beiderseits der Grenzen ein und macht deutlich, dass der Kampf gegen die extreme Rechte und gegen die Ausbeutung der Menschen jeden Tag aufs Neue geführt werden muss. In diesem Kampf können Sprache, kulturelle Unterschiede und Nationalstaatsgrenzen keine Hindernisse sein, es muss gemeinsam für eine bessere Zukunft gestritten und sich engagiert werden.
Dass dieser Kampf auch schon früher gemeinsam geführt wurde, belegte Wobst durch die Vorstellung von Edith Sparmann.

Im Anschluss an den Vortrag erwartete uns ein Stadtspaziergang der besonderen Art. Der Architekturhistoriker Jaroslav Zeman zeigte uns mit einem Kollegen geschichtsträchtige Orte der tschechisch- deutschen Arbeiterbewegung, Wirkungsstätte von Antifaschist_innen und der Nazibarbarei. So führte uns unter anderem der Weg zum damaligen Untersuchungsgefängnis der Nazis in der Straße U Soudu. Dort erwarteten Sozialisten, Kommunisten und Anarchisten meist das Todesurteil für ihr Engagement gegen die Faschisten. Auch den ehemaligen Sitz des Reichsstatthalters und Gauleiters Konrad Henlein besichtigten wir.

Am Abend klang dieser interessante und wissenserweiternde Tag mit unseren tschechischen Freund_innen im Club Azyl aus. Musik, gegrillte vegetarische Köstlichkeiten und das tschechische Pivo rundeten den Abend ab. Wir sagen děkuji und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

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