Stolpersteine – PAULA UND HERMANN KEIL


Paula und Hermann Keil waren 1930 aus Berlin nach Zittau gekommen und eröffneten in der Inneren Weber Straße 29 ein Hut-Geschäft. 1933 gehörten Hut-Keils zu den ersten jüdischen Geschäftsleuten, die denunziert wurden. Auf diesem Weg versuchten einige Zittauer und Löbauer, das Ehepaar Keil aus dem Geschäft zu drängen, zeigten sie an, weil sie angeblich zu niedrig Preise kalkulierten, Ramschware verkaufen und ihre Verkäuferinnen drangsalieren würden. Der Antrag der Putzmacherinnung auf „Gewerbeuntersagung wegen Unzuverlässigkeit“ muss mangels gesetzlicher Grundlage angelehnt werden. In den folgenden Jahren werden Paula und Hermann Keil immer wieder denunziert. Ende 1938 allerdings werden auch die „gesetzlichen Grundlagen“ geschaffen. „Hut-Keil“ wird zwangsarisiert. Zuvor allerdings erlebt die Familie Keil schreckliche Tage und Nächte. Noch am Abend des 9. November marschieren SA-Leute durch die Straßen. Am nächsten Morgen brennt die Synagoge. Die Fensterscheiben jüdischer Geschäftsleute werden zerschlagen, die Auslagen geplündert. Augenzeugen berichten später, dass durch die Innere Weber Straße Hüte flogen. Hermann Keil wird gemeinsam mit anderen jüdischen Männern verhaftet und nach Buchenwald verschleppt. Am 29. Dezember wird er entlassen.

Kurz darauf verlassen Paula und Hermann Keil gemeinsam mit ihrem Sohn Georg Zittau. Georg Keil gelang die Flucht aus Deutschland. Er verstarb 2004 in Australien.

Paula und Hermann Keil wurden am 03.02.1943 nach Auschwitz deportiert. Sie gehörten wahrscheinlich zu jenen, die bei unmittelbarer Ankunft im Vernichtungslager „aussortiert“ wurden und sofort in den Gaskammern verschwanden.

http://www.hillerschevilla.de/cms/de/121/Stolpersteine-fuer-Zittau/?474/Stolpersteine_f%C3%BCr_Zittau#474

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