Alfred Spitzer

Er war, bis er in die CSR emigrieren musste, politischer Leiter der KPD – Ortsgruppe und Stadtverordneter in Neugersdorf. Mit dem Kommunisten Krätschmar und Kurt Zinke malte er große Parolen an Wände. So: „Die KPD lebt!“, „Heraus mit Ernst Thälmann!“ und „Kämpft gegen den Faschismus!“. Ein anderes Mal verteilten sie Flugblätter. Die Zeitungen von Ebersbach und Neugersdorf berichteten am 09. Juni und am 08. August 1933 über die nächtlichen Flugblattaktionen und riefen die Bürger „zu Wachsamkeit… gegenüber den Schmierfinken von drüben“ auf.

Alfred Spitzer hatte den Auftrag zur Grenzarbeit am 07.Aprli 1933 erhalten. Gemeinsam mit Rolf Axen und anderen Funktionären wurde er von dem tschechischen Kommunisten Ludwig Kubicek nach Fillipsdorf eingeladen. Jeder erhielt einen Auftrag. Alfred Spitzer sollte die Parteiarbeit in Neugersdorf, Eibau und Neueibau organisieren. Anfang Juni erhielt er eine wichtige Aufgabe der Roten Hilfe und der Leitung der KPD in Prag. Er sollte die Voraussetzungen zur Schleusung von Personen über die Grenze schaffen. Er erhielt ein Quartier im „Jägerhaus“, in der Nähe von Rumburg, welches von der Bevölkerung „Rote Hochburg“ genannt wurde. Die Wirtin wurde Mutter Görner genannt. Ihre beiden Söhne waren Mitglieder der KPTsch. Mit dem Einzug Alfred Spitzers in das „Jägerhaus“ entstand ein wichtiger Stützpunkt der illegalen Grenzarbeit.

Im Spätsommer 1934, kam es zu einer gut organisierten Propagandaaktion, gegen eine von den tschechischen Behörden geplanten antikommunistischen Großveranstaltung, zu der Sozialdemokraten und auch Henlein – Faschisten eingeladen wurden. Höhepunkt der Veranstaltung sollte, wie bei solchen Anlässen üblich, eine Parade der Rumburger Garnison sein. Entlang der Marschroute und in ganz Rumburg malten Kommunisten der KPTsch Losungen, verteilten Flugblätter, die sie auch über die Mauern der Kaserne warfen. Die Polizei antwortete mit Hausdurchsuchungen, wo das „Jägerhaus“ eines ihrer ersten Ziele war. Alfred Spitzer wurde dem Bezirkshauptmann als ein, sich illegal auf tschechischem Territorium aufhaltender Kommunist, vorgeführt. Dieser entschied ihn über die Grenze abzuschieben. Der damit beauftragte Gendarm brachte ihn bis in Sichtweite des deutschen Zollamtes. Alfred Spitzer gelang es jedoch ihn zu täuschen und konnte so auf Umwegen nach Rumburg zurückkehren. Am Rande der Stadt bekam er eine neue Unterkunft und setzte von dort aus seine Arbeit fort.

Mitte März 1936 wurde ihm von der Operativen Auslandsleitung der KPD mitgeteilt, dass die illegalen Grenzübergänge eingestellt werden müssen, da diese schon sehr lange bestehen und die Gefahr einer Entdeckung durch die Gestapo zu groß sei. Als Oberkurier der Operativen Auslandsleitung übersiedelte er im Oktober 1936 nach Paris.

Responses are currently closed, but you can trackback from your own site.

Comments are closed.

Powered by WordPress | Compare Premium WordPress Themes
Gedenkkultur.info, c/o. Infoladen Zittau, Äußere Weberstraße 2, 02763 zittau