PHILIPP UND JULIE HANN, LUDWIG HANN, PAULINE HELLER (geborene Hann)

Stolpersteine für Familie Heller

Stolpersteine für Familie Heller

Philipp Hann wurde am 11. Januar 1877 im böhmischen Münchengrätz geboren. Julie Hann, geborene Grünwald, wurde am 24. Oktober 1875 in Pschepersch geboren.
1905 kamen beide nach Zittau und eröffneten ein Schuhwarengeschäft am Rathausplatz, später in der Reichenberger Straße 19. 1928 erwarben sie ein Grundstück in der damaligen Bismarckallee 30, heute Weinauallee, und bauten für sich und ihre Söhne Ludwig und Walter die Villa „Haus Barbara“. 1930 kauften sie das Haus in der Reichenberger Straße 10 und richteten hier ein sehr modernes Schuhgeschäft ein. Während der „Reichspogromnacht“ wurden am 10. November 1938 auch die Schaufenster des Geschäfts zerschlagen. Nach Aussagen von Zeitzeugen wurde Philipp Hann durch SA-Leute geschlagen und gehörte zu den verhafteten jüdischen Männern, die nach Buchenwald verschleppt wurden. Wenige Wochen später wurde das Geschäft der Familie zwangsarisiert und erhielt einen „arischen“ Eigentümer. Der jüngste der Familie, Sohn Walter gelang die Emigration in die USA. Am 8. September 1942 wurden Philipp und Julie Hann über Dresden nach Theresienstadt deportiert. Am 23. November desselben Jahres starb Julie Hann, wie viele alte Menschen, gezeichnet von Hunger, Entkräftung und Krankheiten im Ghetto Theresienstadt. Am 31. Dezember 1943 wurde Philipp Hann nach Auschwitz verschleppt. Von dort kehrte er nicht zurück.
Bis 1937 lebte in Zittau auch die verwitwete Schwester von Philipp Hann, Pauline Heller, geboren am 25.05.1874 in Münchengrätz. Die letzten Monate vor ihrer Rückkehr nach Müchengrätz verbrachte sie wahrscheinlich im Haus Barbara. Am 14. Dezember 1941 wurde sie von Prag nach Theresienstadt deportiert und am 19. Oktober 1942 nach Treblinka.
Ludwig Hann wurde am 13. Mai 1906 in Zittau geboren. Er besuchte das Zittauer Realgymnasium, lernte den Beruf eines Kaufmanns und arbeitete im väterlichen Geschäft. 1938 emigrierte Ludwig Hann nach Prag. Hier lernte er Vera Lichtenstein, eine slowakische Jüdin kennen. Beide heirateten am 06. April 1941. Ihre Eltern, Verwandten und Freunde konnten nicht mit ihnen feiern. Sie durften ihren Wohnort nicht verlassen. Ludwig wurde am 04. Dezember 1942 nach Theresienstadt deportiert, kurz darauf auch Vera. Am 1. Oktober 1942 wurde er nach Auschwitz deportiert. 14 Tage später folgte Vera ihm nach. Als sie in Auschwitz ankam, befand sich Ludwig Hann schon auf seiner Odyssee durch die Konzentrationslager, die mit seiner Ermordung am 20. Februar 1945 in Dachau endete. Vera Hann kam über Freiberg, wo sie in der Rüstungsindustrie arbeiten musste, nach Mauthausen. Hier wurde am 02. Mai 1945 Vera und Ludwigs Tochter Eva geboren.

Quelle: http://www.hillerschevilla.de/cms/de/121/Stolpersteine-fuer-Zittau/?1034/PHILIPP_UND_JULIE_HANN,_LUDWIG_HANN,_PAULINE_HELLER_%28geborene_Hann%29#1034

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