Stolersteine – OLGA DIENSTFERTIG UND ELSA GÜCKEL

Olga Dienstfertig wurde als erstes Kind des Handelsmannes David Felix und seiner Frau Rosa, geborene Werner, am 17. Juli 1876 im böhmischen Rackonitz geboren. Die Eltern sind auf dem jüdischen Friedhof beerdigt. Ab 1924 wohnte Olga Dienstfertig mit der Familie ihrer Tochter im Haus Breite Straße 1. In ihrer Wohnung betrieb sie ein kleines Textilgeschäft. 1937 musste die Familie die Wohnung aufgeben. Olga Dienstfertig lebte für einige Monate am Mandauer Berg 12 (heute 8) bei der Familie Mandelbaum. 1938 zog sie in das Henriettenstift, das jüdische Altersheim in Dresden.

Am 14. Juli 1942 wurden die meisten Bewohner des Altersheims nach Theresienstadt deportiert, darunter auch Olga Dienstfertig. Laut Theresienstädter Gedenkbuch kam sie dort am 29. Dezember 1942 um.

Elsa Gückel, geboren am 6. August 1900 in Zittau, war das einzige Kind von Olga Dienstfertig. Ihre Tochter Marianne, Jahrgang 1922, erzählt über die Jahre bis zu den Nürnberger Rassegesetzen von einer behüteten Kindheit. Lange versuchten die Eltern Alltagsprobleme jener Zeit von ihr fernzuhalten. Ab 1935 ging dies nicht mehr. Die Mutter durfte als Volljüdin nicht mehr Kino, Theater oder Ausstellungen besuchen. Marianne selbst durfte als „Halbjüdin“ nicht auf die Höhere Schule gehen. 1938 musste die Familie die Wohnung auf der Breite Straße verlassen und zog in eine wesentlich kleinere und billigere „Sozialwohnung“ in der Nordstraße 15. Der Druck auf den Vater, sich von seiner jüdischen Frau zu trennen, nahm zu. Anfang 1944 hielt er diesem Druck nicht mehr Stand und reichte die Scheidung ein.
Pfingsten 1944 wurde Elsa Gückel verhaftet. Wahrscheinlich fiel sie einer Denunziation zum Opfer. Nach einer Nacht im Gestapo-Keller des Zittauer Rathauses wurde sie nach Bautzen gebracht und von dort aus nach Auschwitz deportiert. Die letzte persönliche Nachricht ist eine Geburtstagskarte an ihre Tochter, die in Neisse am 6. August abgestempelt, also offensichtlich aus dem Zug geschmuggelt wurde.

Nach bisherigen Recherchen ist Elsa Gückel Anfang 1945 in Bergen-Belsen umgekommen.

Quelle: http://www.hillerschevilla.de/cms/de/121/Stolpersteine-fuer-Zittau/?474/Stolpersteine_f%C3%BCr_Zittau#474

Responses are currently closed, but you can trackback from your own site.

Comments are closed.

Powered by WordPress | Compare Premium WordPress Themes
Gedenkkultur.info, c/o. Infoladen Zittau, Äußere Weberstraße 2, 02763 zittau