Emil Kalbaß

Emil Kalbaß wurde in Schönbach, Kreis Löbau geboren. Von Beruf war er Schlosser. Er war Reichsbannermann und ein aktiver Kämpfer gegen den Hitlerfaschismus. [1] Der Antifaschist Emil Kalbaß was das erst Opfer der Faschisten in Zittau. Er wurde von der SA ermordet. Die Wahlen von 1929 uns 1930 hatten gezeigt, dass es auch in Zittau den Nazis gelungen war in die Mittelschicht einzudringen. Da sie auch von der Polizei nichts zu befürchten hatten, wollten sie ihre militärische Größe mit einem Aufmarsch demonstrieren. Nach enormen propagandistischem Aufwand, sollte am 13. Februar 1931 mit großen Pomp, „klingenden Spiel“ und Fackeln, der NSDAP Reichstagsabgeordnete Prof. Helbig, Lehrer am Zittauer Realgymnasium, vom Bahnhof abgeholt werden. Das Ziel waren die „Kronensääle“ (heute Volkshaus) wo eine faschistische Propagandaveranstaltung stattfinden sollte. Mit diesen Veranstaltungen wollten die Nazis die fortschrittlichen Menschen einschüchtern und neue Anhänger gewinnen. Die Unterbezirkleitungen der KPD und SPD trafen Absprachen für eine gemeinsamen Aktion. Der Aufmarsch wurde für die Nazis, trotz des riesigen Polizeiaufgebotes, zu einem Desaster. Hunderte Arbeiter, in Faschingskostümen, schoben sich mit Lärm und Tanz zwischen die Faschisten und machten aus ihrem Aufmarsch einen Faschingsumzug. Die Faschisten schworen Rache. Bereits für den 23. 02. riefen diese zu einem erneuten Marsch auf. Sie hatten sich zur Unterstützung Verstärkung aus der Amtshauptmannschaft Löbau geholt. Am 22. Februar rief Martin Wehnert auf einer antifaschistischen Kundgebung zur Gegendemonstration auf. Anders als am 13.02., fiel der Unterbezirkssekretär der SPD, Johannes Schoening, den Antifaschisten in den Rücken, indem er zu „Ruhe und Ordnung“ aufrief, den Nazis sollte die Strasse überlassen werden. Die KPD und parteilose Arbeiter stellten sich dem Naziaufmarsch trotzdem entgegen. Schon vor Beginn des Fackelmarsches kam es zu Zusammenstößen mit Polizeitrupps und SA Schlägern. Erst mit einer Stunde Verspätung konnten die Faschisten ihren Fackelzug beginnen. Auf der Zittauer Neustadt, kam es zu massiven Auseinandersetzungen, bei der die Faschisten massiv auf Personen einschlugen, ohne das die Polizei eingriff. Daraufhin hagelte es Flaschen und Eisklumpen auf Nazis und Polizei. Überfallkommandos der Polizei begannen auszuschwärmen um den Platz zu räumen. Die Faschisten nutzten die Gelegenheit und schossen zwei Arbeiter nieder. Der Arbeiter Albrecht Voigt wurde schwer verletzt. Der 29jährige Schlosser Emil Kalbaß wurde getötet. Die Mörder wurden nie gefunden. Dieser kaltblütige Mord, erregte die demokratische Öffentlichkeit, weit über Zittau hinaus. Daraufhin musste sich auch das Zittauer Stadtparlament mit diesem Fall beschäftigen. Die Suche nach dem Mörder, verlief aber im Sande, da Oberbürgermeister Zwingenberger (SPD) und die Polizei, die Faschisten begünstigten. Nach dieser Bluttat, wäre es möglich gewesen, in Zittau, eine breite Antifaschistische Abwehr zu bilden, denn das Ansehen der Faschisten war durch den Mord erheblich gesunken. Die SPD, vor allem deren rechter Flügel, sowie die Gewerkschaftsleitung, lehnten jedoch auch weiterhin, jede Zusammenarbeit mit den Antifaschisten ab. Der 3. Bezirkparteitag der KPD im Dezember 1939 gedachte Emil Kalbaß. Er wurde in die Ehrentafel der  antifaschistischen Opfer aufgenommen, die im Kampf gegen den Faschismus ermordet wurden. Bis zu ihrer Umbenennung, in Dr. – Gerd – Sommer – Str.,  im Jahre 1990, erinnerte die „Emil-  Kalbaß – Straße“ in Zittau Süd an den mutigen Antifaschisten. [1]Quelle: Revolutionäre und Kämpfer der ersten Stunde des Kreises Zittau
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