Denkmal für die Verteidiger der tschechischen Republik in Horní Světlá („Wache“ Waltersdorf)

Unweit des Grenzüberganges von Waltersdorf nach Horní Světlá befindet sich ein Denkmal, welches an die Verteidiger der Tschechoslowakei erinnert. Im Spätsommer des Jahres 1938 war die Situation an der Grenze angespannt. Die wachsende Aggressivität der deutschen Minderheit und der vermehrte Waffenschmuggel aus Deutschland verhieß nichts Gutes. Die tschechoslowakische Armee begann im August und September mehr und mehr Reservisten zu den Waffen einzuberufen.  Die Anzeichen einen bewaffneten Konflikt mit Deutschland verstärkten sich.  Am 12. September 1938 sprach Adolf Hitler auf dem Nürnberger Reichsparteitag. Diese Rede war das Signal für den Ausbruch eines Aufstandes der tschechischen Deutschen. In der Gemeinde Horní Světlá hat der Československá obec legionářská Jednota Mladá Boleslav (Tschechoslowakischer Legionärsbund, Einheit Mladá Boleslav) zusammen mit KVH Rota Nazdar und KVH Česká Lípa im Jahr 2003 ein Denkmal aufgebaut, dass an den mutigen Kampf der Verteidiger der tschechischen Republik an der tschechisch-deutschen Grenze im Jahr 1938 erinnert. Der Platz für den Aufbau des Denkmals wurde in der Gemeinde Horní Světlá (Oberlichtenwald) ausgesucht, wo die Kämpfe tschechoslowakischer Organe mit sudetendeutschen Rebellen verliefen, wie z. B. am 22. September 1938 am hiesigen Zollamt genannt "Wache". „Am 22. September 1938 nachmittags zog über das deutsche Gebiet ins hiesige Zollamt eine Masse bis an die Zähne bewaffneter Henlein-Anhänger ein. Eine Hand voll Angehörige der tschechoslowakischen Finanzwache, die das Zollamt bewachte, musste sich vor der bedeutenden Übermacht nach Dolni Svetla zurückziehen und das Zollamt wurde von den Henlein-Anhängern aus dem sogenannten Sudetendeutschen Freikorps besetzt. Noch am demselben Tag bereiteten sich  die Truppen der Staatsverteidigungswache (SOS*) aus der 4. Kompanie des Bataillons SOS von Liberec auf den Gegenschlag vor. In der Nacht vom 22. auf den 23. September bewegten sich die SOS-Angehörigen zum Zollamt. Dieses war immer noch von der dreifachen Übermacht der Faschisten besetz, und so entbrannte eine heftiges Gefecht. Es kamen auf beiden Seiten Maschinengewehre und Handgranaten zum Einsatz. Nach einer cirka einstündigen Schlacht befand sich das Zollamt wieder in den Händen der Tschechoslowaken und es wurde hier die Rechtsordnung der Tschechoslowakischen Republik erhoben Diese galt angesichts der weiteren Entwicklung der internationalen Ereignisse, die durch den Abschluss des sogenannten Münchner Abkommens ihren Höhepunkt fanden. nur für ein paar Tage. Beim Kampf ist einer der hiesigen Nazi-Anhänger ums Leben gekommen und nach vorliegenden Berichten waren auf der Seite der Faschisten einige Verletzte. . Auf der Seite der SOS-Angehörigen wurden die FS-Aufseher Josef Kozman und Bohumil Kobra leicht verletzt, dennoch lehnten sie eine ärztliche Behandlung ab. Diese zwei Finanzbeamten wurden im Jahr 1940 von den deutschen Organen für diese Kampfaktion verurteilt. Ein Angehöriger der tschechoslowakischen Armee wurde schließlich in einem Schauprozess zu zehn Jahren Haft im Zuchthaus verurteilt" (1) * SOS - Staatsverteidigungswache - bewaffnete Bestandteile der Finanzwache, Gendarmerie, Polizei und der militärischen Verstärkungen, die in der Zeit der Staatsbedrohung unter der einheitlichen militärischen Führung verbunden wurden, und deren Aufgabe war es, die Grenzunberührbarkeit zu sichern und Ruhe und Ordnung in den Grenzgebieten zu erhalten. Quelle: (1) http://www.luzicke-hory.cz/historie/index.php?pg=clopomd
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