Das Mahnmal für Verfolgte des Naziregimes in Zittau

Das Mahnmal für Verfolgte des Naziregimes in Zittau

Das Mahnmal für Verfolgte des Naziregimes in Zittau

Am 29. September 1945 fand in Zittau eine Gedächtniskundgebung statt. In der Gedenkschrift mit dem Titel: „Wir wollen sie nie vergessen!“ hieß es damals: „Die Zittauer Antifaschisten werden ihnen … ein Mahnmal errichten, dass nicht nur der Gegenwart, sondern auch der zukünftigen Generation zum Bewusstsein bringen soll, welche Verbrechen nicht nur Deutsche an Deutschen begangen haben, sondern auch an den Völkern ganz Europas.“

Der Initiator dieser Bestrebungen war die Kreisorganisation der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Die Stadtverordneten aller Fraktionen verständigten sich darüber, dass dieses Denkmal auf dem Klieneberger Platz errichtet werden sollte. Der Kunstmaler Hans Kech, Mitglied des Kulturausschusses reichte bereits 1946 vier Vorschläge für das Denkmal ein. Einer der Vorschläge wurde ein paar Jahre später verwirklicht.

Der Vorstand der VVN stellte am 06. März 1950 offiziell einen Antrag an das Stadtverordnetenkollegium mit der Bitte, alle notwendigen Maßnahmen einzuleiten, um bis zum 10. September 1950, dem Internationalen Gedenktag an die Opfer des Faschismus, dass Denkmal zu vollenden. Außerdem wurde in dem Schreiben darum gebeten, dass Denkmal unter die Obhut der Stadt zu stellen. Oberbürgermeister Dr. Brendler (LDPD) teile am

13. April dem VVN mit, dass dem Antrag in den Stadtverordnetensitzungen, vom 31. März und 06. April, einstimmig und in vollen Umfang zugestimmt wurde.

Die Steinmetzarbeiten wurden dem Zittauer Steinmetzmeister Helmut Friebolin und den Löbauer Granitwerken (VEB Oberlausitzer Granit) übertragen. Für den Bau wurden Steine des 1900 enthüllten Bismarckdenkmals, welches an dieser Stelle gestanden hatte, verwendet.

Bis zu Einweihung des Mahnmales fanden die Gedenkkundgebungen, immer im September,  am Stadttheater statt. Besonders erwähnenswert war die Kundgebung am 22. September 1946. Nach einem kulturellen Programm, begann auf dem Theatervorplatz eine Gedenkkundgebung, bei der Dr. Sieben (CDU), Dr. Liebler (LDPD) und Max Gläser (SED) sprachen. Im Anschluss daran fand die feierliche Umbenennung des Ottokarplatzes in Klieneberger Platz, der Hospitalstraße in Dr.–Brinitzer–Straße und der Georgstraße in Theodor–Korselt–Straße statt. Der Antifaschist Heinz Dose, der 12 Jahre Gefängnis– und Konzentratiosnlagerhaft überlebt hatte, rief die Bürger auf, einsatzbereit und selbstlos bei der Überwindung der Kriegsfolgen und bei der Gestaltung antifaschistischer Verhältnisse mitzuwirken.

Am 10. September 1950 wurde das Mahnmal für Verfolgte des Naziregimes feierlich eingeweiht. Die Gedenkrede hielt das Mitglied des  Kreisvorstandes der VVN, Karl Lukas.

Die Inschrift des Denkmals lautet: „Den Toten zur Ehre, den Lebenden zur Lehre!“.

Quellen:
Revolutionäre und Kämpfer der ersten Stunde des Kreises Zittau

Geschichte der Arbeiterbewegung des Kreises Zittau

Geschichte der Kreisparteiorganisation Zittau der SED ( 1830 – 1986 ) Heft 3 ( 1830 – 1945 )

Antifaschistischer Widerstandskampf der KPD und KP CZ in den Grenzgebieten der Oberlausitz und Liberec / Varnsdorf 1933 – 1938

Revolutionäre Kämpfer und Aktivisten der ersten Stunde des Kreises Zittau

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