Bunker Linie im Lausitzer Gebirge

Bunker bei Petrovice

Bunker bei Petrovice

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und dem Beginn der deutschen Aufrüstung sah sich die geographisch langgestreckte Tschechoslowakei nicht in der Lage, die im Falle eines Angriffs zur Verteidigung erforderlichen 25 bis 30 Divisionen mit einer Stärke von 600.000 Mann aufzustellen und zu unterhalten. Am 20. März 1935 nahm die vom Verteidigungsministerium eingerichtete Direktion der Befestigungsanlagen ŘOP (Ředitelství opevňovacích prací), zu deren Leiter General Karel Husárek ernannt worden war, ihre Arbeit auf. Unter maßgeblicher Mitwirkung französischer Experten entstand ein Konzept mehrerer Befestigungslinien entlang der Landesgrenzen, die aber wegen deren Länge nicht durchgängig errichtet wurden. Überwiegend handelte es sich um leichte Befestigungen, die in der Nähe der grenznah gelegenen Zentren Bratislava (Pressburg), Komárno (Komorn) und Košice (Kaschau) zusätzlich durch schwere Befestigungen verstärkt wurden. Zum Schutz des Wirtschaftszentrums Plzeň (Pilsen) und der Hauptstadt Prag wurden im Landesinnern zwei weitere leichte Festungslinien geschaffen, die Angriffe aus westlicher und nördlicher Richtung aufhalten sollten. Schwerpunkt der Verteidigungslinien war der Norden des Landes. Hier entstand eine sich vom Rehorngebirge bis zum Altvatergebirge erstreckende Linie schwerer Befestigungen um den ins Land hereinragenden Glatzer Kessel, in dem der Hauptangriffspunkt auf das Land gesehen wurde. Östlich des Altvatergebirges setzen sich die schweren Anlagen bis zur polnischen Grenze fort, hier galt der Schutz dem Industriezentrum Ostrava (Mährisch-Ostrau) gegen einen Angriff aus Richtung Leobschütz und Ratibor. Von den vorgesehenen rund 16.000 leichten Anlagentypen waren etwa 9.100 und von 1.300 schweren Befestigungsbauten 229 vollständig errichtet und ausgerüstet, als im September 1938 infolge der politischen Ergebnisse des Münchner Abkommens die Arbeiten im Sudetenland eingestellt wurden und die deutsche Wehrmacht widerstandslos das Land besetzte. Mit der Besetzung der restlichen Tschechoslowakei am 15. März 1939 wurden die Arbeiten am Tschechoslowakischen Wall endgültig beendet. Die Schöberlinie ist 1937 vom tschechischen Militär gebaut worden und zieht sich von der Elbe bis ins Lausitzer Gebirge. Sehr häufig sind natürliche Hindernisse, wie z.B. die Kamenice-Schlucht, mit in diesen Verteidigungsring eingebaut worden. Ein ausgeklügeltes System sich überschneidender Schußschneisen, gestaffelter Straßensperren und Artillerieleitstellen auf den Bergen ergänzte die vorgesehene Landesverteidigung. Im Elberaum von Tetschen bis Laube entstanden 10 Bunker. Weiter in Richtung Jonsdorf folgten 19 Bunker. Zwischen der Grundmühle bzw. Kamenice und der Ortschaft Srbská Kamenice (Windisch-Kamnitz) ist die Bunkerlinie in einer Reihe ausgebaut worden. Ab der Ortschaft hat man anscheinend, durch die ruhigere Landschaft, die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs der Deutschen für wahrscheinlich gehalten und deshalb sind zwei Reihen Bunker über die Hügel verteilt. Die Bunker der Schöberlinie sind fast alle vom sogenannten Modell 37. Das heißt, dass 7 Mann Besatzung in dem Bunker waren, nach links und rechts jeweils ein Maschinengewehr herausragte, es in die Richtung des Feindes nur einen Sichtkontakt über Periskope gab und nach hinten einen doppelt gesicherten Ein-/Ausgang. Quellen: Sächsische Schweiz Initiative (Heft 20, November 2003), Erzählungen von Zeitzeugen, Wikipedia
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