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In einem Zusammenschluss junger Menschen aus Zittau und Umgebung, bestehend aus StudentenInnen, ArbeiterInnen, Arbeitssuchenden und Schülerinnen entstand im Sommer diesen Jahres die Idee antifaschistische Denkmäler und ihre Geschichte im Dreiländereck zu erforschen.

Mit 6.500 Euro fördert das EU-Programm „Jugend für Europa“ die „Initiative für eine lebendige Gedenkkultur“ aus Zittau.
14 junge Menschen aus Zittau und Umgebung wollen unter anderem aufgrund der aufgekommenen Diskussion über die Wiedereinführung der Grenzkontrollen im Dreiländereck und dem mitschwingenden bedrohlichen Nationalismus mit diesem Projekt ein Zeichen für einander verstehen und voneinander lernen setzen. „Intoleranz und übersteigertes Nationalempfinden haben unter anderem zum Nationalsozialismus geführt. Die Erforschung und Dokumentation der Geschichte der Denkmäler und Gedenkstätten soll somit eine Mahnung sein, dass Derartiges nie wieder passiert.“, erklärt Elisabeth Böhme, Mitglied der Initiative.

Auch an verschiedenen Orten im Dreiländereck gedenken jedes Jahr an Tagen wie dem 27. Januar (Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus) oder dem 8. Mai (Tag der Befreiung vom Faschismus) viele Menschen den Opfern der Nazizeit. Als Grund für die geringe Teilnahme von jungen Menschen an derartigen Veranstaltungen vermuten die Initiatoren unter anderem Unwissenheit über die Geschichte. Mit ihrem Projekt wollen sie junge Menschen für geschichtliche Themen sensibilisieren und zeigen, dass es auch in einer Kleinstadt wie Zittau möglich ist, Jugendprojekte mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten auf die Beine zu stellen. Gleichzeitig wollen sie mit dem Projekt ihren Anteil an der Aufklärung über den europäischen Gedanken des friedlichen Miteinander, der gegenseitigen Akzeptanz und Toleranz leisten.

Das Projekt beginnt am 01. Dezember 2010. Über einen Zeitraum von 18 Monaten wollen die Mitglieder mit ihrem Engagement zeigen, dass sich auch junge Menschen für die Geschichte der Widerstandsbewegung gegen die Nazis in der Region interessieren. Ein Großteil der Arbeit wird darin bestehen, in den Archiven der Gemeinden und Städte nach entsprechenden Informationen zu suchen. Darüber hinaus sollen Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit abgebaut und ein demokratisches Miteinander gefördert werden.

Im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Arbeit erforschen die jungen Projektmitglieder Gedenkstätten der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft im Dreiländereck von Polen, Deutschland und der Tschechischen Republik. Dabei sollen u.a. Zeitzeugengespräche helfen, die Geschichte zu rekonstruieren, die zur jeweiligen Entstehung der Denkmäler in der Umgebung führte. Ziel ist es zum Ende des Projektes eine Broschüre in deutscher, polnischer und tschechischer Sprache zu veröffentlichen, in der die Ergebnisse der Nachforschungen dokumentiert sind. Damit soll das gesammelte Wissen auch für zukünftige Generationen zu erhalten werden.

„Wir interessieren uns für die Geschichte der antifaschistischen Widerstandsbewegung in unserer Region. Wer hierüber Informationen besitzt und unsere Nachforschung damit bereichern möchte, ist herzlich dazu aufgerufen, sich an die Projektgruppe zu wenden.“, so Tuomo Neumann.

In der 14-köpfigen Projektgruppe kann sich jeder entsprechend seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten einbringen und weiterentwickeln. So gibt es beispielsweise einen Mediengestalter, der für die Bearbeitung der Broschüre sowie für das Schneiden der Videos zuständig ist und mehrere Menschen mit verschiedenen Sprachkenntnissen.

Durch das gemeinsame Erarbeiten des Projektes soll auch die Toleranz und das Verständnis zwischen den Teilnehmern, die aus unterschiedlichen sozialen Schichten kommen, gefördert und der grenzüberschreitende Dialog und Austausch gestärkt werden.
Dabei steht den jungen Menschen ein Coach zur Seite. Der Diplom Sozialpädagoge aus Görlitz hat bereits Erfahrungen im sensiblen Umgang mit Zeugen des Nationalsozialismus und der Aufbereitung der Geschichte. Ebenso wird er die Gruppe bei der Reflexion ihrer Arbeit begleiten.

Interessierte können sich unter folgender Adresse an die Projektgruppe wenden:

Initiative für eine lebendige Gedenkkultur

c/o Infoladen Zittau
Äußere Weberstraße
202763 Zittau

E- Mail: info@gedenkkultur.info

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Gedenkkultur.info, c/o. Infoladen Zittau, Äußere Weberstraße 2, 02763 zittau