weitere Stolpersteine in Zittau verlegt

Am 01. August 2015 wurden vier weitere Steine, die ehemaligen Mitbürgern gewidmet sind, die als Juden galten und deren Schicksal in Auschwitz endete, in Zittau verlegt. Sie erinnern an Familie Duneck an der Theodor-Körner-Allee 13, Paul Hauck an der Friedrich-Haupt-Straße 16 und an Albert Müller. Read more »

Panzerdenkmal in Rothenburg / O.L.

Am südlichen Ortseingang von Rothenburg befindet sich das Panzerdenkmal. Es innert an Befreiung des Ortes durch die sowjetische und 2.polnische Armee im April 1945. Auf den Gedenktafeln unterhalb des sowjetischen Panzers des Types T 34 steht auf russisch, deutsch und polnisch geschrieben: „Historische Stätte des Kampfes für unsere Befreiung durch die Sowjetarmee und die 2. polnische Armee im April 1945“ Es handelt sich um eines der letzten Panzerdenkmäler in der ehemaligen DDR, viele wurden in der Vergangenheit beseitigt. Historie: Vor ihrem Rückzug aus Rothenburg hat die Wehrmacht im April 1945 alle Rothenburger Neißebrücken zerstört. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bildete die 2. Polnische Armee während des Neißeübertritts bei Rothenburg mehrmals einen Brückenkopf. Durch die Gefechte wurden die Stadt stark zerstört. der Panzertyp: Der Kampfpanzer T 34 war mit über 80000 Exemplaren einer der meistgebauten Panzer der Welt und ist der bekannteste sowjetische Panzer im zweiten Weltkrieg gewesen. Das hier ausgestellte Modell wiegt knapp über 32 Tonnen, besitzt eine Panzerung von 4,5cm Stahl und bot 5 Soldaten Platz. Der Zwölfzylinder- Dieselmotor hatte 38,9l Hubraum, entwickelte 500 PS und eine maximale Geschwindigkeit von 47 km/h. Bewaffnet ist dieser Panzer mit einer 85 mm Kanone (ZiS-S-53), die durch zwei Maschinengewehre Kal. 7,62 ergänzt wurde.

Denkmal an die Opfer des Faschismus

Gedenkstein in Großschönau

Gedenkstein in Großschönau

Im Kurpark, direkt hinter der Großschönauer Gemeindeverwaltung, wurde nach dem 2. Weltkrieg ein Gedenkstein für die Opfer des Faschismus eingeweiht.        

der jüdische Friedhof in Zittau

Bis zur Begründung ihres eigenen Friedhofs mussten die Zittauer Juden ihre Toten bis nach Dresden oder Görlitz bringen. 1887 endlich bekamen sie einen eigenen Platz. . Die älteste Grabsteininschrift ist von 1888. Er wurde mit einem Holzzaun umgeben. 1908 konnten sie eine größere Feierhalle errichten. Wie auf vielen jüdischen Friedhöfen in Sachsen wurde diese am 10.11.1938 gesprengt, am gleichen Tag wie die Zittauer Synagoge. 1942 wurden alle Metallgitter zugunsten der Rüstungsproduktion entfernt. Nach 1945 wurde der Friedhof wieder hergerichtet; die Friedhofshalle jedoch nicht mehr aufgebaut. 1948 ist ein Gedenkstein für die jüdischen Opfer der NS-Zeit in Sachsen eingeweiht worden. Auf diesem steht: Ein Licht Gottes ist der Menschen Seele. Zum Gedenken der vierzig jüdischen Seelen der Städte Zittau und Löbau, die in den Jahren 1933 - 1945 hingerichtet, ermordet, vergast und verbrannt wurden. Weil sie Juden waren Mögen ihre Seelen in die Gemeinschaft der Ewiglebenden aufgenommen werden. Auf dem Friedhof sind etwa 50 Grabsteine erhalten. Die Friedhofsfläche umfasst 10,20 ar. Im Juni 2003 wurde der Friedhof schwer geschändet, wobei 31 Grabsteine umgeworfen wurden. Es zerbrachen zehn Grabplatten. Im Jahr 2014 wurden archäologische Grabungen auf dem Jüdischen Friedhof in Zittau durchgeführt. Diese haben das Ziel der dauerhaften Sichtbarmachung des Grundrisses der ehemaligen Trauerhalle. Quellen: http://www.alemannia-judaica.de/zittau_friedhof.htm http://www.juden-in-mittelsachsen.de/shalom/friedhof_zittau.html  

Liselotte Herrmann

Liselotte Herrmann Gedenkstein

Liselotte Herrmann Gedenkstein

Auf dem Gelände der Löbauer Wohnstätte „Horizont“ des Christlichen Jugenddorfwerkes (CJD) wurde 2014 durch Mitglieder des Arbeitslosenkreisverbandes Löbau-Zittau ein würdiger Platz für das Gedenken an Liselotte Herrmann gestaltet. Bis dahin lag der Stein unbeachtet auf dem Areal. Der Gedenkstein erinnert an die kommunistische Widerstandskämpferin während der Zeit des Faschismus, Liselotte Herrmann. Sie wurde am 20. Juni 1938 in Berlin Plötzensee durch das Fallbeil wegen „Landesverrats, begangen in Tateinheit mit Vorbereitung zum Hochverrat“ hingerichtet.

Willi Gall

Willi Gall Gedenkstein

Willi Gall Gedenkstein

Im Zittauer Ortsteil Pethau liegt an der Hauptstraße ein kleiner Park. In diesem steht ein Gedenkstein zu Ehren von Willi Gall. Willi Gall trat 1929 in die KPD ein und war in der Ortsgruppe Pethau aktiv. 1932 wurde er in den Gemeinderat gewählt. Am 23. Januar 1941 wurde er vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und ein halbes Jahr später von den Nazis auf dem Schafott ermordet. Der Gedenkstein wurde 2013 nach Initiative der LINKEN im Stadtrat Zittau aufgearbeitet.

Denkmal für die Opfer des Arbeitskommandos des Außenlagers von Groß-Rosen in Rýnovice

Aus Richtung Liberec kommend befindet sich kurz nach dem Ortseingang von Rýnovice im Industriegebiet ein Gedenkplatz für die Opfer des Arbeitskommandos des Außenlager von Groß-Rosen. Read more »

Die Gedenkstätte Großschweidnitz

gedenktafelDie Gedenkstätte, das ehemalige Leichenhaus mit angeschlossenem Sektionsraum und der Friedhof erinnern an die Verbrechen der nationalsozialistischen „Euthanasie“ in Großschweidnitz. Read more »

Wer kann sich erinnern?

Gedenkstein Bruno Kühn

Gedenkstein Bruno Kühn

An der Großschönauer Pestalozzischule war eine Gedenktafel zu Ehren von Bruno Kühn angebracht. Dies belegt ein Foto. Die Mitglieder der Initiative für eine lebendige Gedenkkultur interessiert, in welchem Zeitraum die Tafel angebracht war und warum diese wann abgenommen wurde. Wer diesbezüglich Information hat, wird gebeten sich zu melden. Auf Anfrage bei der Gemeinde Großschönau teilte diese mit, dass sich niemand daran erinnere und keine Aufzeichnungen vorhanden seien. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern per Mail unter info@gedenkkultur.info bzw. persönlich im Infoladen Zittau zur Verfügung.
1-mai-2918-genossen-der-kpd-aus-berthelsdorf-und-bernstadt

Die Gründung der Ortsgruppe der KPD in Berthelsdorf ihre politische und organisatorische Tätigkeit in der Gemeinde

Da für die Bildung einer selbständigen Ortsgruppe in Berthelsdorf zunächst noch nicht genügend Genossen organisiert waren, traten Genosse Hugo Klemm, die Genossen Friedrich und Reinhold Hentschke aus Neundorf / Großhennersdorf, der Genosse Richard Kutter aus Berthelsdorf und Genosse Erich Köcher, Kunnersdorf-Bernstadt der Ortsgruppe Bernstadt bei. Gleichzeitig organisierten sie sich im Roten Frontkämpferbund. Ab 1929 wurden die Berthelsdorfer eine selbständige Zelle der Ortsgruppe Bernstadt in Berthelsdorf. So konnte die Partei bei den Wahlen im Ort eigene Kandidaten aufstellen. Dadurch konnte erstmalig ein Genosse der KPD, und zwar Richard Kutter, in die Gemeindevertretung gewählt werden. Verhängnisvoll waren die Folgen der großen Wirtschaftskrise ab 1929. Hunger und Not zogen ein bei den Erwerbslosen und ihren Familien. Auf Grund der aktiven politischen Arbeit der Berthelsdorfer Genossen im Ort sowie in der Gemeindevertretung und der sich ständig verschlechternden wirtschaftlichen Lage der Werktätigen, wie hohe Arbeitslosigkeit und Abbau sozialer Errungenschaften durch die Notverordnungen der Regierung Brünnig sowie der aufkommende Faschismus und erneute Kriegsgefahr veranlassten viele Arbeiter aus der Gemeinde, den Schritt in die KPD zu tun. Damals ging der Einfluss der Sozialdemokratie auf die arbeitenden Massen rasch zurück. So traten im Februar 1932 auf einmal eine größere Gruppe Werktätiger, darunter ehemalige Mitglieder der SPD, der Ortsgruppe der KPD bei. Dadurch und durch weitere Beitritte konnte nun eine eigene Ortsgruppe gebildet werden. 1932 gehörten folgende Genossinnen und Genossen der Ortsgruppe an: Richard Kutter, Herbert Marx, Liesel Kutter, Hildegard Marx, Martin Hennig, Gustav Falz, Josef Mosch, Erich Richter, Walter Künzel, Oskar Schneider, Ewald Hentschel, Fritz Tschupke, Willi Schäfer, Karl Hentschke, Heinz Bittrich, Willi Christoph, Willi Hamann, Paul Tschupke, Gerhard Gude, Alfred Jähne, Max Petschke, Lene Tschupke, Fritz Stephan und Fritz Vogt Die Ortsgruppe verstand es, viele Sympathisanten um sich zu scharen und zur Mitarbeit zu gewinnen. So z.B.: Dietze, Max, Jautze, Paul, Schöne, Alwin, Gerhard und Bertha Jähne und den Jugendlichen Walter Worm, der dann nach der Machtergreifung des Faschismus unter dem Namen „Peter" eine wichtige Rolle spielen sollte. Er wurde zur illegalen Grenzarbeit eingesetzt und ein Jahr zur Reichswehr delegiert, um Material der Kriegsvorbereitung der Faschisten der Leitung zu überbringen. Nur durch die Einhaltung der konspirativen Regeln und vor allem der Standhaftigkeit einiger Genossen konnte sein Leben gerettet werden, denn sonst wäre er wegen Hoch- und Landesverrats hingerichtet worden. Zum politischen Leiter der Ortsgruppe wurde Genosse Richard Kutter gewählt, der zu diesem Zeitpunkt über die größten politischen Erfahrungen verfügte und sich mit seiner ganzen Person für die Ortsgruppe einsetzte. Er war schon 1926 der Betriebsgruppe der Phänomenwerke Zittau beigetreten, wo er als Metallarbeiter beschäftigt war und politische Erfahrungen im politischen Kampf sammeln konnte. Bald darauf wurde er entlassen und arbeitslos. Auf Grund der aktiven und selbstlosen Arbeit der Genossen der Ortsgruppe wurden bei den Gemeindewahlen 1932 6 Kommunisten in die Gemeindevertretung gewählt. Vor der Wahl war das Verhältnis so: 6 SPD — 1 KPD; nach der Wahl: 1 SPD — 6 KPD. Bei den Reichstagswahlen am 6. November 1932 erhielt die KPD 6 Millionen Stimmen und 100 Abgeordnete im Reichstag. Bei diesen Wahlen erreichten in der Gemeinde KPD — SPD mit über 800 Stimmen die absolute Mehrheit bei knapp 2000 Einwohnern und zu den Wahlen im März 1933 unter den Bedingungen des faschistischen Terrors und der Verfolgung der Mitglieder der Partei stimmten noch 300 Einwohner für die KPD. Das war ein Ausdruck des Vertrauens der Werktätigen, da die Ortsgruppe bis dahin konsequent die Interessen derjenigen annahm, die am meisten von der Krise betroffen waren. So wurde noch im Sommer 1931 in der Gemeinde ein Erwerbslosenrat gegründet, dessen Vorsitzender Genosse Josef Mosch wurde, der eine große Aktivität entfaltete. Die Fraktion der KPD in der Gemeindevertretung und der Erwerbslosenrat brachten den Vorschlag ein, das Brot für die Erwerbslosen selbst in eigener Regie zu backen. Dazu sollte die Gemeinde Geld vorschießen. Die bürgerlichen Parteien waren dagegen. Nach harten Auseinandersetzungen und durch den Druck der Arbeitslosen musste der Gemeinderat zustimmen. Das Getreide wurde bei den Kleinbauern aufgekauft, gemahlen und zwei Bäcker gewonnen. So konnte ein Brot für 45 Pfennige abgegeben werden, sonst kostete es 60 Pfennige. Die Fraktion der KPD veranlasste auch die Gemeinde, Holz kostenlos an die Erwerbslosen auszugeben. Dazu wurde das stark gewordene Holz der Sträucher rund um den Forellenteich ausgewählt und geschlagen. So konnte wieder ein Winter überbrückt werden. Es gab auch Pläne, selbst zu schlachten, um so den Arbeitslosen ab und zu einmal ein Fleischgericht zu ermöglichen. Auf Initiative der Ortsgruppe, insbesondere der Genossin Liesel Kutter und Genossen Gustav Falz, wurde 1932 ein Mutterschutzverein gebildet. Dadurch, dass sich die Partei der Sorgen der Frauen  annahm und auf vielfältige Weise mit den Eheleuten ins Gespräch kam, fand die Politik der KPD wachsendes Vertrauen. Als im Oberland (Neugersdorf/Ebersbach) ein Streik der Textilarbeiter ausbrach, organisierte die Ortsgruppe eine Solidaritätsaktion. Es wurde eine Sammlung von Lebensmitteln, vor allem bei den Bauern durchgeführt. So nutzt die Ortsgruppe der KPD ihren Einfluss in der Bevölkerung und in der örtlichen Gemeindevertretung, um auch von dieser Seite den Forderungen der am meisten Ausgebeuteten gerecht zu werden. Diese Aktionen und der Einsatz der Genossen und Sympathisanten bei allen Aktionen und der Wahrnehmung der Interessen der Werktätigen trug dazu bei, dass die Ortsgruppe Berthelsdorf mit zu den aktivsten Ortsgruppen der KPD in der Region gehörte und auch bei der Umstellung auf die Illegalität der Partei eine wichtige Rolle spielen konnte. Die Machtergreifung durch den Faschismus im Januar 1933, der provozierte Reichstagsbrand, die Verfolgung und Folterung der Parteimitglieder und der Übergang zur illegalen Arbeit war dadurch kompliziert und schwierig. Nicht alle Genossen waren diesen neuen Anforderungen gewachsen. Angst und Ungewissheit ergriff einige Mitglieder, weil eine weitere Tätigkeit für die Partei den Verlust ihrer Existenz und ihre Verfolgung einbrachte. Die Unterbezirksleitung Zittau - Löbau führte für diese Aufgabe mit dem Genossen Rolf Axen in der Nähe des Güterbahnhofes in Zittau Schulungen durch und veranlasste die Bildung von Fünfergruppen. Von der Ortsgruppe wurde Genosse Josef Mosch dazu delegiert. Die Partei sollte unbedingt geschützt und arbeitsfähig erhalten werden. Nach dem Reichstagsbrand im Februar 1933 wurde zuerst der Vorsitzende der Partei, Genosse Richard Kutter, verhaftet. Ihm wurde der Prozess gemacht und er zu Zuchthaus verurteilt. Nun bildete sich im Oberdorf eine Widerstandsgruppe heraus, die bis 1937 eine stabile Verbindung mit der neuen Unterbezirksleitung, die ihren Sitz in Grottau/Dönis/Pass (Hradek n. Nis.) in der CSR, hatte. Leiter dieser Gruppe war Genosse Josef Mosch, der umsichtig und mutig diese Tätigkeit bis zu seiner Verhaftung 1935 ausübte. Er setzte die Genossen ein, sorgte für sichere Verstecke der illegalen Literatur und stellte Quartiere für Funktionäre aus der Emigration zur Verfügung. Die neue Unterbezirksleitung über der Grenze versuchte nun, die Verbindung mit den einzelnen Widerstandsgruppen aufzunehmen. Der in der Emigration lebende Genosse Gerhard Donath und später Genosse Schmittinger, genannt Karl, aus Berlin waren für unseren Bereich verantwortlich und suchten illegal Genossen Josef Mosch auf und beauftragten ihn, einen zuverlässigen und geeigneten Genossen zu beauftragen, der als Kurier die Verbindung mit der Widerstandsgruppe und der neuen Unterbezirksleitung herstellt. Nach einer Aussprache in der Gruppe wurde Genosse Walter Warm in diese Widerstandsgruppe aufgenommen mit dem Auftrag, unter dem Namen „Peter" als Kurier tätig zu werden. Als Kurier bestand die Aufgabe darin, Kontakte herzustellen, um die Partei aktions- und kampffähig zu erhalten, Nachrichten zu übermitteln, den Literaturvertrieb zu organisieren und Erfahrungsaustausche durchzuführen, z. B. über die Arbeit der Polizei und der Gestapo. Die illegale Literatur wurde über die Linie Hirschfelde - Burkersdorf/Schlegel - Neundorf/Großhennersdorf nach Berthelsdorf, als Plättwäsche getarnt, transportiert. Zeitweilig kam auch Literatur und Flugblätter über Ebersbach nach Berthelsdorf, die bei Bertha Jähne und Alwin Schöne hinterlegt wurde. Außer seiner Tätigkeit als Kurier hatte Genosse Worm die Aufgabe, diese Literatur nach Kunnersdorf, Bernstadt und später auch nach Kemnitz zu bringen, um sie dort bestimmten Genossen zur Weiterverbreitung zu übergeben. Es gelang ihm auch im Laufe der Zeit, die Verbindung mit einer Gruppe der SAP, die unter der Leitung des Genossen Martin Svanjack stand, in Kemnitz herzustellen, die gern unsere illegale Literatur abnahm. Außerdem wurden zu bestimmten Anlässen Flugblattaktionen durchgeführt, wie z. B. nach dem Februar-Aufstand 1934 der Arbeiter in Wien. Um die Arbeit der Partei zu verbessern, die nun in tiefster Illegalität tätig war, fand im November 1934 in der Dämmerung unter freiem Himmel auf der Flur der Gemeinde Kemnitz, nahe der Gaststätte „Zum Russen" eine geheime Beratung statt. Organisiert wurde dieses Treffen für den Raum Berthelsdorf-Bernstadt vom Genossen Josef Mosch. Teilnehmer dieser Beratung waren die Genossen: Richard Krinke, Emil Palme, Erich Köcher, Wilhelm Schneider, Josef Mosch Diese Beratung fand unter der Leitung des Beauftragten des ZK der KPD, Gen. Emil Schmittinger („Karl"), aus Berlin statt. Nach der Berichterstattung der einzelnen Genossen über die Lage in ihren Gemeinden und die bisherige Arbeit gab Genosse Schmittinger Hinweise für die weitere politische Arbeit und über Beschlüsse der Partei. Schwerpunkte der Beratung waren: Überwindung jeglichen Sektierertums, Annäherung und Einbeziehung aller Gegner des Hitlerfaschismus, wie Mitglieder der SPD, Christen, Angehörige des fortschrittlichen Bürgertums, ja sogar unzufriedene Mitglieder der NSDAP, soweit sie uns wichtige Informationen geben konnten. Es wurde die Losung herausgegeben, in die faschistischen Massenorganisationen einzutreten, um die Kontakte mit den Massen nicht zu verlieren. Ziel sei die Schaffung einer breiten Einheitsfront aller Hitlergegner und Antifaschisten, weil nur durch eine Massenbewegung der Faschismus zu überwinden ist. Es wurde die Aufgabe gestellt, neue Dreiergruppen zu schaffen und neue Widerstandskämpfer zu gewinnen, damit die Arbeit der Partei bei neuen Verhaftungen weitergehen kann. Abgeschirmt wurde diese Beratung durch die Kinder der anwesenden Genossen. Genosse Schmittinger war damals derjenige Genosse, der vom Politbüro unserer Partei 1935 zur Brüsseler Konferenz delegiert wurde, die bekanntlich aus konspirativen Gründen in Moskau stattfand. Dort hat er u. a. auch über seine Erfahrungen der illegalen Arbeit im Raum Ostsachsen Bericht erstattet. Nach der Verhaftung der Genossen Josef Mosch, Gerhard Gude, Liesel Kutter, Walter Künzel, Ewald Hentschel, Alwin Schöne und Willi Schäfer im Jahre 1935 und ihre Verurteilung 1936 hat Genosse Worm diese Tätigkeit bis in das Jahr 1937 hinein selbständig weitergeführt. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Leitungen an der Grenze aufgelöst. 1940 wurde auch er wegen Vorbereitung zum Hochverrat verhaftet und in Untersuchungshaft genommen im Zusammenhang mit dem Prozess gegen Genossen Svanjack. Im Dorf gab es danach noch einzelne Genossen und kleine Gruppen von Arbeiter,, wie z. B. Alfred Herrmann, Walther Hahn, Willi Hamann u. a., die gemeinsam den Moskauer Rundfunk abhörten und diese Nachrichten unter ihren Bekannten verbreiteten und diskutierten. Eine Leitung der Partei gab es zu diesem Zeitpunkt auch im Grenzgebiet nicht mehr, weil andere Aufgaben auf der Tagesordnung standen, wie z. B. der spanische Bürgerkrieg, an dem ein Teil dieser Genossen teilnahm.
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