Zittauer Stadtfest – 1999

Zittauer Stadtfest 1999 und 10 Jahr später

Seit Jahren kam und kommt es bei Stadtfesten und ähnlichen Veranstaltungen immer
wieder zu Übergriffen von Nazis auf Punks und Antifaschist_innen.
In der Presse wurden diese Vorfälle bisher meist als Schlägerei unter betrunkenen
Jugendlichen verharmlost.

Beim 7. Zittauer Stadtfest, welches vom 09.-11. Juli 1999 stattfand, kam es an allen drei
Tagen zu Angriffen seitens der Nazis auf linke Veranstaltungen. So führte der Rosa-Power e.V. eine Schwulen- und Lesben Party im Zittauer Rathauskeller durch. Im Zittauer Emil gab es eine alternative Party, welche vom Allraune e.V. organisiert wurde. Beide Veranstaltungen wurden massiv durch Nazis angegriffen.
Diese Überfälle beschäftigten die Presse mehrere Tage. Einige Stadträte, unter anderem der damalige Oberbürgermeister Kloß, versuchten diese Vorkommnisse zu verharmlosen. Kloß versuchte die Angriffe herunterzuspielen, denn schließlich könnte das Ansehen der Stadt beschädigt werden.

Es gab weder greifbare Ermittlungsergebnisse noch Konsequenzen für die Täter. Erst 3 Jahre später kam es dann doch noch zu einer Gerichtsverhandlung. Alle angeklagten Nazis, die am Überfall auf das Cafe Emil beteiligt waren, wurden freigesprochen. Die Urteilsbegründung bezog sich darauf, dass nicht zweifelsfrei festgestellt werden konnte, wer welchen Stein geworfen habe.
Die einzige Konsequenz aus den Naziüberfällen war, dass es bei den folgenden Stadtfesten mehr Polizeipräsenz geben sollte und alternative Vereine keine Veranstaltungen mehr durchführten.

Heute dominieren fast ausschließlich Nazigruppen in den Abend- und Nachtstunden an den Bierständen und Fuhrgeschäften das Öffentliche Bild. Und das nicht nur bei Stadtfesten.
Menschen, die dem Erscheinungsbild der Nazis nicht entsprechen (vor allem Punks und Linke)  sieht mensch eher selten.

Nach wie vor werden diese Personen von Nazis angegriffen und verletzt. So erst 2009 geschehen. Viele haben deshalb Angst, derartige Veranstaltungen zu besuchen. Dadurch werden große öffentliche Events immer mehr zu einem Treffpunkt der Naziszene. Damit geht die Einschüchterungstaktik der Nazis auf. Sie haben somit einen Etappensieg in ihrem Kampf um die Straße, wenigsten in dieser Hinsicht, gewonnen.

Zumindest fast gewonnen. Einen kleinen Lichtblick gab es beim Stadtfest 2009. 21 Uhr sollte Jenix auf dem Zittauer Marktplatz spielen, dieser war mit Zuschauer_innen gut gefüllt. Und auf einmal regnete es Flyer auf die wartenden, in denen dazu aufgefordert wurde, bei Naziübergriffen nicht wegzusehen, sondern einzugreifen und zu handeln. Leider kamen aber dieser Aufforderung nur wenige nach. Es gab wieder Übergriffe und Verletzte.